Eine Geschichte zum Nachdenken

Im Raum eines Krankenhauses befanden sich zwei Kranke. Einer von ihnen, der ein grimmiges Lungenleiden hatte, wurde jeden Tag von einer Krankenschwester aufgeholfen und zum Fenster gebracht, wo er mehr als eine halbe Stunde stehen musste. Während dieser Zeit versuchte er seinem Bettnachbarn, der gelehmt im Bett lag, das Gesehene zu beschreiben.
Er schaute aus dem Fenster und beschrieb dem Anderen plastisch wie der Frühling von dem nahegelegenem Park Besitz annahm. Die Aprikosenbäume waren in voller Blütenpracht und der Löwenzahn versträute sein königliches Gelb über das seidige Grün des frischen Grases. Ein sanfter Wind streichelte die Haare zweier Verliebten, die im Park lieblich miteinander spielten. Auf der spiegelnden Oberfläche des Teiches schwommen Seerosen und ein paar majestätische Schwänne …
Die Tagen schienen leichter zu vergehen und der Gelehmte erwartete sehnsüchtig den nächsten Tag, wenn er dann wieder über die schöne Welt draußen hören konnte. Allmählich kam ihm der Wunsch weiterzuleben wieder auf. Mit jeder Schilderung, der Schönheit draußen, fühlte er ein neues Lebensrauschen in seinen unbeweglichen Knochen.
Eines Nachts, die Augen zur Welt gerichtet, fing der lungenkranke Mensch an zu husten. Seine unbewegliche Hand konnte den Alarmknopf nicht drücken.
Am Morgen, holten man den Leichnam aus dem Zimmer. Jetzt war der gelähmte Mann alleine. Es kam ihm plötzlich eine Idee. Er bat die Schwester sein Bett ans Fenster zu stellen. Mit übermenschlichen Anstrengungen schaffte er es, sich auf einen Ellenbogen abzustützen. Er schaute aus dem Fenster, um wenigstens etwas von der Welt draußen zu sehen, die sein verstorbener Leidensnachbarn so wunderbar beschrieb.
Vor dem Fenster war bloß eine große, leere Wand …

Diese Geschichte soll euch als Inspiration dienen, um den bedürftigen Menschen die Hoffnung eines authentischen Lebens zu geben!

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